Berliner Zinshäuser: Lieblinge der Investoren

Berliner Zinshäuser erfreuen sich bei nationalen wie internationalen Investoren immer größerer Beliebtheit. Das geht aus dem aktuellen IVD-Zinshausmarktbericht hervor, der auf Daten der Gutachterausschüsse basiert. Demnach wurden auf dem Berliner Zinshausmarkt 2013 rund 4,7 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Anteil von 34 Prozent am Gesamtumsatz in den 50 größten deutschen Städten. Dort wechselten im selben Jahr Zinshäuser im Wert von 13,7 Milliarden Euro den Eigentümer.

Angesichts des großen Marktanteils überrascht es nicht, dass die Spreemetropole im Ranking der umsatzstärksten Städte mit Abstand auf dem ersten Platz liegt. Hamburg schaffte es auf Rang 2, dort wurden 2013 rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. München folgt mit einem Umsatz von 920 Millionen Euro. Die bayerische Landeshauptstadt ist dabei die einzige unter den Top 3, in der das Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Der Grund dafür liegt weniger in geringer Nachfrage, als darin, dass der Markt größtenteils leergefegt ist. Für die große Nachfrage sprach auch, dass München Deutschlands teuerster Zinshausmarkt bleibt: Pro Vertrag wurde im Schnitt ein Kaufpreis von 5,7 Millionen Euro vereinbart. In Hamburg sind es 2,9 Millionen Euro, in Berlin 2,6 Millionen.

Dem Bericht zufolge sind die vergleichsweise niedrigen Berliner Preise einer der Gründe für das Wachstum des Marktes. Im Gegensatz zu den Preisen in München oder Hamburg zeugen die Berliner Preise noch von einem Nachholeffekt, haben also Spielraum nach oben. Das zeigt auch ein Vergleich der Umsatz- und Preisentwicklung: Während die Umsätze im hauptstädtischen Zinshausmarkt 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 Prozent zulegten, stieg die Anzahl der Kauffälle nur um 8,3 Prozent. Berlin liegt damit im bundesweiten Trend.

Die Datenbasis des Berichts stammt zwar aus dem Jahr 2013, da sie auf den Grundstückmarktberichten der Gutachterausschüssen beruht. Der Zinshausmarktbericht umfasst aber auch Einschätzungen von Zinshausmaklern zur aktuellen Lage auf dem Markt. Demnach ist auch derzeit in den meisten Städten ein deutlicher Nachfrageüberhang zu beobachten. Er schlägt sich in allen Wohnwertkategorien nieder. Die Nachfrage manifestiert sich zwar in den Toplagen am stärksten – aufgrund des knapper werdenden Angebots weichen aber immer mehr Investoren in mittlere oder einfache Lagen aus. Den Experten zufolge wird sich am starken Nachfragedruck in den kommenden drei Jahren voraussichtlich nichts ändern. Entsprechend erwarten sie in vielen Städten steigende Preise, insbesondere in guten Lagen.

 

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